Methoden

Mir ist es ein Anliegen, Ihre Achtsamkeit für sich zu vertiefen. Oft genug gehen wir im Alltag über unsere Gefühle und Bedürfnisse hinweg. Dabei sprechen Körper und Stimme oft eine Sprache, die gesehen und gehört werden will.

Ein Beispiel für eine Einzelarbeit

Eine Klientin will mir ihre Geschichte erzählen. Ich habe das Gefühl, dass sie sie schon oft erzählt hat. Sie spricht schnell, wie unter Druck. Ihre Hände sind ganz angespannt. Ich bitte sie, einen Moment lang inne zu halten und frage sie: „Was spüren Sie gerade?“ Ihr Atem stockt, dann atmet sie tief ein und aus. Die kleine Pause scheint ihr gut zu tun. Sie weiß nicht weiter. Spüren?? Sie merkt: sie spürt nichts. „Was machen gerade Ihre Hände?“ Sie schaut ihre Hände an. Da endlich … noch ein tieferes Atmen … „Ich bin so frustriert!“ Ihre Stimme verändert sich. Sie schaut mich traurig an und wird irgendwann auch wütend, weil das alles in ihr ist und jetzt endlich raus darf.

Wir nähern uns ihrer Geschichte. Eine therapeutische Beziehung beginnt. Diese ist geprägt durch ein hohes Maß an Aufmerksamkeit, Empathie und Erfahrung. Ich hole gern die körperlichen Eindrücke in den Vordergrund und mache sie damit wahrnehmbar und besprechbar. Veränderung ist nur möglich, wenn wir uns wirklich wahrnehmen und aus dem aussteigen, was uns gefangen hält.

Ein Beispiel für eine Paarsitzung

Das Paar sitzt schon eine halbe Stunde auf der Couch. Beide wollen den alltäglichen Streit, die gegenseitigen Vorwürfe beenden und endlich das Einsehen des Anderen hören, der ja an der Misere Schuld sei. Ich bitte das Paar aufzustehen und sich gegenüber zu stellen. Es ist spannend und oft überraschend, welchen Abstand beide einnehmen, wer noch einen Schritt auf den anderen zugeht oder wer zurückweicht. Hier wird körperlich sichtbar und wahrnehmbar, was im Gespräch verborgen bleibt: die tiefere Ebene von Nähe und Distanz.

Ich bitte die beiden, sich anzuschauen. Für manche Menschen liegt das wirkliche Anschauen schon eine Ewigkeit zurück. Diese Nähe auf einmal, diese Tiefe… Ich bitte beide, den anderen wirklich wahrzunehmen und auch auszudrücken, was sie sehen, hören und fühlen. Schon bei dieser kleinen Übung kommt vieles ans Licht.

Eigenwahrnehmung, Körper, Gefühle, Gedanken werden präsent. Das Paar erfährt sich neu. Dies kann der Anfang sein, sich wieder ohne Streit und Unterstellungen zu begegnen und in eine Verbindung zu gelangen, in der das ausgesprochen werden darf, was gerade ist.

Ich achte darauf, dass der alte Kreislauf von Vorwürfen und Recht haben nicht wieder beginnt.

Gestalttherapie

Begründet auf Friedrich Perls, der den Wert nonverbaler Erfahrungen betont. Das Gewahrsein des Körpers ist oft ein hilfreicher Spiegel seiner Empfindungen.

Möglich sind kreative Medien einzusetzen:  Malen, Tanzmeditationen, Trancereisen, mit Symbolen zu arbeiten oder die Bewegung  des Körpers zu unterstützen.

Mit steigendem Bewusstsein für sich und seine Umwelt erlangt der Klient mit seinen „unerledigten Geschäften“ bzw. mit seinen „offenen Gestalten“ in Berührung zu kommen, sie zu klären und sie kreativ und selbstverantwortlich zu schließen, was Heilung und Integration bedeutet.

Psychodrama

Der Begründer Jacov Levi Moreno bezeichnete die Methode als „Wahrheit der Seele durch Handeln ergründen“. Hier werden Konflikte, Beziehungen, Persönlichkeitsanteile, Träume, Ängste und Wünsche in Rollenspielen dargestellt. Es können dabei alle damit verknüpften Emotionen bewusst erlebt werden. Dabei soll aber nicht nur das alte Trauma bzw. das alte Verhaltensmuster wiederholt werden, sondern die Möglichkeit geschaffen werden, ein neues Handeln auszuprobieren und zu erleben. Das Ziel ist, dass der Konflikt zu einer konstruktiven Lösung geführt wird.